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Die Gründung

 

Auf vielseitige Anregung kommen wir zu dem Beschluss zur Gründung eines Turnvereins unter dem Namen „Turnverein Kefenrod“.

Das sind die ersten Zeilen im Gründungsprotokoll vom 9. Mai 1908 und somit ist der Grundstein gelegt für die bislang 100-jährige Geschichte des Turnvereins 1908 Kefenrod.

Die Gründungsmitglieder:  
Friedrich Sinner II Hermann Reutzel
Heinrich Reifschneider Konrad Betz
Johannes Reutzel Karl Reutzel
Karl Müller Konrad Naumann I
Konrad Naumann II Jakob Förster
Konrad Stang Konrad Geyer
Heinrich Naumann Karl Jerk
Christian Kaiser Peter Maul
Ludwig Müller Heinrich Sinner
Karl Geyer Heinrich Schreiner
Wilhelm Schlögel Heinrich Geyer

Doch was wäre ein Turnverein ohne Turngeräte? Noch am Gründungsabend wurde der Turner Konrad Stang damit beauftragt, Pfosten für ein Reck zu setzen. Die Reckstange erhielt man leihweise von der Turnerschaft in Büdingen.

Auszug aus der ersten Satzung des Turnvereins Kefenrod vom 18. Oktober 1908

Der Turnverein Kefenrod hat den Zweck, seine Mitglieder im Geiste Jahns allseitig körperlich auszubilden und in ihnen eine sittlich, mannhafte, vaterländische Gesinnung zu erwecken und zu befestigen. Der Verein hat den Zweck durch regelmäßig betriebene Turn- und Fechtübungen, durch Turnspiele, Turnfahrten, Pflege vaterländischen Sinnes und Gesanges, durch geselliges Zusammenleben seiner Mitglieder sowie durch freundschaftliche Verbindungen mit rüstigen deutschen Turnvereinen zu erreichen. Politische und konfessionelle Zwecke verfolgt der Verein nicht.

Auszug aus der Satzung vom 18.10.1908

 

Am 23. Mai 1908 fand dann die erste Generalversammlung in der Vereinsgeschichte in der Gastwirtschaft von Karl Betz statt. An diesem Abend wurde der aus sieben Mitgliedern bestehende Vorstand gewählt. Die Wahl des Ersten Sprechers musste jedoch nach einigen Diskussionen vertagt werden. Schließlich wählte man Friedrich Sinner II. zum Zweiten Sprecher mit neun gegen fünf Stimmen.

 

 

Die ersten Jahre

Nach der Gründung am 9. Mai 1908 wuchs der Verein stetig und es herrschte ein reges Treiben, die Turnstunden, die zweimal in der Woche stattfanden, waren gut besucht und schon bald konnte auch ein neues Reck angeschafft werden. Turner im Alter von 17 – 22 Jahren mussten die Turnstunden zweimal, Turner von 22 – 25 Jahren einmal in der Woche besuchen. Die über 25-Jährigen turnten in der Altersriege und bestimmten ihren Übungsstoff selbst. Wer dreimal ohne Entschuldigung fehlte, konnte aus dem Verein ausgewiesen werden. Während des Turnens durfte nicht gesprochen werden und auch das Wechseln von einer Riege in eine andere, war nur mit Genehmigung des Turnwartes erlaubt. Er gab das Kommando mit der Trillerpfeife und jeder hatte sich danach zu richten, ansonsten mussten die Turner Strafgeld zahlen. So waren die Regeln der Turnordnung von 1908.

Im Jahr 1910 wurde dann der erste Vereinsausflug unternommen. Mit der Bahn ging es auf den Hoherodskopf, was sicher in der damaligen Zeit ein Erlebnis war.

In der Hauptversammlung vom 14. Januar 1911 wurde dann Herrmann Reutzel II. per Akklamation zum Ersten Sprecher des Vereins gewählt. Kurioserweise senkte man an diesem Abend auch die Monatsbeitrage von 20 Pfennig auf 10 Pfennig. Begründet wurde diese Entscheidung allerdings nicht.
 

 

 

Die Chronik

 

Nach der Gründung am 9. Mai 1908 wuchs der Verein stetig und es herrschte ein reges Treiben, die Turnstunden, die zweimal in der Woche stattfanden, waren gut besucht und schon bald konnte auch ein neues Reck angeschafft werden. Turner im Alter von 17 – 22 Jahren mussten die Turnstunden zweimal, Turner von 22 – 25 Jahren einmal in der Woche besuchen. Die über 25-Jährigen turnten in der Altersriege und bestimmten ihren Übungsstoff selbst. Wer dreimal ohne Entschuldigung fehlte, konnte aus dem Verein ausgewiesen werden. Während des Turnens durfte nicht gesprochen werden und auch das Wechseln von einer Riege in eine andere, war nur mit Genehmigung des Turnwartes erlaubt. Er gab das Kommando mit der Trillerpfeife und jeder hatte sich danach zu richten, ansonsten mussten die Turner Strafgeld zahlen. So waren die Regeln der Turnordnung von 1908.

 

Im Jahr 1910 wurde dann der erste Vereinsausflug unternommen. Mit der Bahn ging es auf den Hoherodskopf, was sicher in der damaligen Zeit ein Erlebnis war.

 

In der Hauptversammlung vom 14. Januar 1911 wurde dann Herrmann Reutzel II. per Akklamation zum Ersten Sprecher des Vereins gewählt. Kurioserweise senkte man an diesem Abend auch die Monatsbeitrage von 20 Pfennig auf 10 Pfennig. Begründet wurde diese Entscheidung allerdings nicht.

Hermann Reutzel II

 

Er war Gründungsmitglied und führte den Verein 29 Jahre lang, bis zum 31.7.1937. In einer außer-ordentlichen Generalversammlung begründete er sein Ausscheiden damit, dass er nun zu alt sei, um den Verein weiterhin zu führen. Von seinem Enkelsohn, Gerhard Reutzel, war jedoch zu erfahren, dass er sich dem Diktat der NSDAP nicht beugen wollte. Hermann Reutzel verstarb Jahr 1969 im Alter von 90 Jahren.

 

                   

 

         Hermann Reutzel II

 

Um beim Turnfest in Büdingen „mitfeiern“ zu können, wurde der Verein Mitglied im Gauver-band. Alle Turner des Vereins nahmen an diesem Turnfest teil und Johannes Reutzel wurde der erste „Preisholer“. Er belegte den 39. und beim Gauturnfest in Salmünster sogar den 9. Platz. Im Juni 1911 war genug Geld vorhanden, um ein Pferd zum Preis von 115,40 Mark anzuschaffen.

 

 

Zur Abwechslung auch mal Musik und Tanz

 

Im Februar 1911 fand die erste sogenannte „Abendunterhaltung“ statt. Eine Musikkapelle spielte zum Tanz auf und es gab turnerische Darbietungen zur Unterhaltung der Zuschauer. Die Musikanten erhielten 30 Mark und die erste Veranstaltung brachte den Gewinn von 5,70 Mark. Aber es wurde besser, denn Familienabende und Theateraufführungen mit turnerischen Darbietungen fanden von nun an regelmäßig statt und waren für den Verein eine gute und zusätzliche Einnahmequelle - genauso, wie das Abturnen im Herbst zur traditionellen Veranstaltung wurde.

 

1912 - 1918

 

Die Vorturner besuchten regelmäßig die Übungsstunden des Turngau und die Turner nahmen mit ihren Musterriegen an den Sportveranstaltungen teil. Erfolgreichster Turner dieser Zeit war wohl Johannes Reutzel, der dann 1912 auch zum Ersten Turnwart gewählt wurde. Eifriges Turnen fand auch bei den Zöglingen statt, so nannte man die jungen Männer im Alter von 14 – 18 Jahren. Sie nahmen beispielsweise am Zöglingswettturnen in Düdelsheim teil.

 

1913 wurden dann Riegenbücher angeschafft, die der Erste Turnwart führen sollte. Es war nämlich vorgekommen, dass Turner zu Unrecht wegen „Nichterscheinens in der Turnstunde“ bestraft worden sind und andere eben nicht. Hier sollte mit regelmäßigen Eintragungen Abhilfe geschaffen werden.

Außerdem wurden Trommeln und Pfeifen „zur Verschönerung für die Turner“ beantragt. Aus „Geldknappheit“ war der Verein jedoch nicht in der Lage, diesen Antrag zu genehmigen, die Angelegenheit wurde vertagt.

Die Turnfeste in Gelnhausen, Bernbach, Neuenhaßlau und Steinau wurden besucht und die sportlichen Erfolge konnten sich sehen lassen.

Es wäre wohl so weitergegangen, wenn nicht der unheilvolle Erste Weltkrieg so vieles zerstörte hätte.

 

Der Erste Weltkrieg 1914 – 1918

 

Am 3. August 1914, dem 3.Tag der Mobil-machung, wurden die ersten Turner unseres Vereins zum Militär eingezogen. In den ersten Wochen des Krieges fielen bereits zwei Turner. Von den jungen Männern kehrten zwölf nicht mehr heim - unter ihnen auch der Erste Turnwart Johannes Reutzel und der Zeugwart Konrad Betz.

 

 

Als dann auch Hermann Reutzel II in den Krieg ziehen musste, übernahm Friedrich Sinner II erneut die Vereinsführung. Die Turnstunden wurden nur noch samstags, unter der Leitung des Rechners Konrad Geyer und Friedrich Sinner II abgehalten.

 

Der Erste Weltkrieg dauerte vom 1.August 1914 – 11.November 1918 und für drei Jahre, von Februar 1915 bis Februar 1919, kam der Turnbetrieb in Kefenrod aufgrund der Kriegswirren vollends zum Erliegen.